Interviewerin: Die Leser unseres Magazins Family Affairs haben natürlich viele Fragen. Also, lassen Sie uns starten!

 

E.H.: Gerne. 

 

Interviewerin: Liebe Frau Herzsprung … oder darf ich Eva sagen?

 

E.H.: Natürlich.

 

Interviewerin: Also Eva, willst du uns erzählen, wie du zum Schreiben gekommen bist? Du hast sicherlich schon früh damit begonnen?

 

E.H.: Also, eigentlich hab ich spät damit begonnen.

Meine erste Liebe war das Theater. Ich hab schon als kleines Kind meine großen Schwestern mit Theaterstücken unterhalten. Als Jugendliche besuchte ich schließlich jede Woche ein anderers Theater. In Wien gibt es 200 Theaterhäuser. Ich glaube, ich kenne sie alle. 

 

Interviewerin: Das ist ja …(blickt gelangweilt) interessant. Aber wie bist du denn nun zum Schreiben gekommen? Und bitte kurz halten, die Leser wollen gleich zum Punkt kommen.

 

E.H.: Ja, also das war wirklich eine sonderbare Geschichte. Ich bin damals nach Istanbul ausgewandert. Im Gepäck hatte ich fünf Bücher von Marian Keyes. Als die nach zwei Wochen ausgelesen waren, hatte ich ein Problem, denn mein Arbeitsvertrag sah einen zweijährigen Aufenthalt vor.

 

Interviewerin: Ich verstehe, du bist also in die nächste Bibliothek gegangen?

 

E.H.: Nein, es gab keine Bibliothek.

 

Interviewerin: Dann hast du dir ein Buch schicken lassen?

 

E.H.: Nein, also … ich habe eins geschrieben.

 

Interviewerin: Okay, das ist tatsächlich sonderbar (blickt etwas skeptisch drein). Und dann hast du es veröffentlicht?

 

E.H.: Nein, dann  lag es noch ziemlich lang in der Schublade. 

 

Interviewerin: Jetzt bin ich aber neugierig. Wie lange denn?

 

E.H.: Ganze zwölf Jahre.

 

Interviewerin: Heißt das, wir müssen jetzt immer zwölf Jahre auf ein Buch warten?

 

E.H.: Nein, ich hoffe nicht. Damals hatte ich einfach andere Dinge im Kopf, Familie gründen, Karriere. Das zweite Buch lag nur ein Jahr in der Lade. 

 

Interviewerin: Verstehe. Nun zu etwas Anderem: Du sagst, du schreibst humorvoll?

 

E.H.: Ich versuche es zumindest.

 

Interviewerin: Dann sollten wir jetzt einmal lachen. Vielleicht willst du uns was Lustiges erzählen?

 

E.H.: Also ehrlich gesagt, so spontan … ähm … vielleicht einen Witz?

 

Interviewerin: (bereits etwas unzufrieden) Besser wir lassen das. Hast du auch einen normalen Beruf? Oder bist du nur Autorin?

 

E.H.:  Nein, ich habe auch einen ganz gewöhnlichen Beruf und ein gewöhnliches Leben. Ich habe eine Tochter, einen Mann und einen kleinen Pudel. Und mein Beruf ist so ziemlich der gewöhnlichste, den es gibt. Ich bin nämlich Lehrerin für …

 

Interviewerin: Ach, du bist Lehrerin? (blickt total gelangweilt) Nun, willst du uns vielleicht ein aufregendes Geheimnis über dich erzählen?

 

E.H.:  (überlegt fieberhaft) Ein Geheimnis? 

 

Interviewerin: (rutscht ungeduldig auf dem Stuhl)

 

E.H.: Ich hab’s! Ich bin ein wenig abergläubisch.

 

Interviewerin: (mit großen Augen) Jetzt wird’s interessant.

 

E.H.: Ich spreche nie über ein Buch, bevor es nicht fertig ist.

 

Interviewerin: (blickt enttäuscht) Wir sollten langsam zum Ende kommen. Ich habe gesehen, du hast auch einen Newsletter. Wie oft gibt’s den und was steht da drin?

 

E.H.: Mein Newsletter erscheint alle acht Wochen. Wenn eine Neuerscheinung ansteht, auch öfters. In jedem Newsletter gibt es exklusiv nur für Newsletter-Abonnenten ein neues Lach-Häppchen aus meiner Kolumne „Mit Herzsprung ins Leben“. Oder es gibt ein unveröffentlichtes Kapitel aus einem meiner Romane. Und natürlich erfahren Newsletter-Leser als Erste von Gewinnspielen, Klappentext und Cover eines neuen Buches. Außerdem gebe ich darin auch Einblicke über laufendenden Schreibprozess un…

 

Interviewerin: Aha. Willst du uns noch sagen, was dein Motto ist? Was dich antreibt?

 

E.H.: Also nun …ich schreibe immer das Buch, das ich selbst gern lesen will. 

 

Interviewerin: Vielen Dank für das Interview.

 

E.H.: Ich habe zu danken. 

 

 

 

Das Interview führte übrigens Fiona, meine Buch-Schwester aus „Küss mich nochmal, Teufel!“

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