Eine Himmlische Weihnachtsgeschichte


Alle Jahre wieder ... 🎄

Es ist Dezember und ich bin sowas von tiefenentspannt. Das gab’s noch nie! Doch der Lockdown macht’s möglich. Dank vorzeitiger Schul- und Ladenschließungen wurde der alljĂ€hrliche Vorweihnachtsstress nĂ€mlich vorverlegt.

So wandle ich in diesem Jahr besinnlich durch die Vorweihnachtszeit. Wo ich mich letztes Jahr auf aufgehalsten Firmenfeiern, im Dauer-GlĂŒhwein-Rausch und Geschenke- Wahnsinn am Rande eines Nervenzusammenbruchs bewegt habe, schlĂŒrfe ich jetzt im Pyjama völlig relaxed durch die Tage und betrachte meinen (noch nackten) Baum und alle (fast fertig) verpackten Geschenke! Und das Mitte Dezember. Himmlisch!

Am 23. Dezember gegen 22 Uhr bekomm ich dann doch einen Rappel und denk mir: Jetzt wird’s aber Zeit!

Im Schnellverfahren und mit reichlich UnterstĂŒtzung von Herrn Verpoorten namentlich Eierlikör, schmĂŒcke ich beschwingt und heiter den Baum und nehme die Geschenke aus ihren Versandkartons.

Das mache ich bis sechs Uhr morgens. Dann falle ich todmĂŒde ins Bett.

Zwei Stunden spĂ€ter, oh wie weihnachtlich, schmeiße ich mich ins Auto und besorge schnell das Essen. Aber da stoße ich erstmals auf die negativen Auswirkungen des scheiß Lockdowns. Ich warte ganze drei Stunden auf einen verfĂŒgbaren Einkaufswagen, weil manch ein verzweifelter Mitmensch denkt, er könne aus Nudeln und BergkĂ€se ein Last-Minute-Weinhachtsgeschenk basteln.

Schließlich schaff’ ich es hinein, ergattere in Windeseile die letzte magersĂŒchtige Ente, erstehe die einzig ĂŒberbleibende Geschenkpapierrolle aus dem Jahre anno dazumal und flitze im Stau zurĂŒck. Endlich wird’s weihnachtlich-stressig.

Ich schiebe das Viech ins Rohr, verpacke die Geschenke mit bunten Osterhasenpapier einseitig (ist sowieso bloße Papierverschwendung), back’ noch rasch fĂŒnf Fuhren Kekse und putz’ schnell das Haus.

PĂŒnktlich zum Gesang flĂ€ze ich mich gestresst, verschwitzt und völlig ĂŒbermĂŒdet unter den Weihnachtsbaum. Zeit fĂŒr das alljĂ€hrliche Foto!


Nun lĂ€sst sich die Wahrheit nicht mehr leugnen. Aber dieses Jahr ist das sowieso alles wurscht und ich beschließe, ich verschick einfach das Foto vom letzten Jahr. Doch was seh ich da? Darauf seh ich ja genauso fertig aus!

Also eigentlich ist alles wie immer ...


In diesem Sinne: wĂŒnsch ich euch besinnliche, frohe Weihnachten!

Eure Eva